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Omar Khayyam (1048-1131), Verfasser zahlreicher Rubaiyat über Gott, Wein und Tod. Hauptberuflich genialer Mathematiker.

Khayyam – Ich bin, wie ich bin

گر من ز می مغانه مستم هستم
gar man ze mey-ye moqâne mastam hastam

Wenn ich vom Wein der Feueranbeter1 betrunken bin, dann bin ich’s eben.

ور عاشق و رند و می پرستم هستم
gar âsheq-o rend-o mey parastam hastam

Und wenn ich verliebt bin, freigeistig und dem Wein zugeneigt, dann bin ich’s eben.

هر طایفه ای ز من گمانی دارند
har tâyefeî ze man gomâni dârand

Jede Sekte hat eine andere Meinung von mir.

من زان خودم چنان که هستم هستم
man zân-e khodam chenân ke hastam hastam

Ich gehöre mir selbst – wie ich bin, so bin ich eben.

Feueranbeter: Zoroastrier. Die Anhänger des Zoroastrismus huldigen in Feuertempeln dem Feuer.

Das Rubai wird Omar Khayyam zugeschrieben. Da sich über die Jahrhunderte hinweg jedoch eine stattliche Anzahl an Rubaiyat angesammelt hat, die in seinem Namen verfasst wurden, ist hier prinzipiell Vorsicht geboten. Übersetzungen von Khayyams Rubaiyat erfreuen sich seit FitzGerald großer Beliebtheit. Dieser nahm sich jedoch einige „poetische Freiheiten“ und dichtete meist munter am Wortlaut vorbei.

Vertonungen: Axiom of Choice (Mystics and Fools)

Es kursiert auch eine Version im Internet, in die zwei Rubaiyat in das Lied gemixt wurden, die Shajarian gesungen hat. Die Übersetzung dieser Stellen:

عاشق من و دیوانه من و شیدا من
âsheq man-o dîvâne man-o sheydâ man

Verliebt bin ich und verrückt und verzückt